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kleine Story



Moorle
Ich stelle mich vor.
Hallo, mein Name ist Moorle. Ich bin am 25. April 1998 als erstes von drei Katzenkindern in Hamburg auf die Welt gekommen. Mit unserer hübschen Mama wohnten wir damals bei Angela in einer kleinen Veranda, die uns natürlich riesig erschien. Da gab es sehr viel zu entdecken und zum spielen haben wir auch immer irgend etwas gefunden. Als wir etwas grösser waren, durften wir dann auch mal mit unserer Mama in den Garten. Das war richtig toll. Da konnten wir Schmetterlinge jagen und Käfer, und an kleinen Blümchen schnuppern. Es war einfach wunderbar.
Ach ja, der Name meiner Mama ist Sheila.
Knapp zwei Monate später kam eines Tages so ein merkwürdiger Mensch mit seiner Tochter. Sie nahmen uns abwechselnd auf die Arme und knuddelten mit uns. Die hatten auch so einen komischen Kasten dabei, sie nannten es Transportbox. Danach durften wir wieder spielen gehen. Der komische Typ (sie haben Dirk zu ihm gesagt), Angela, Tina und Jan - das sind die Dosenöffner von unserer Mama (und natürlich auch für uns Kinder) - sind anschliessend erst einmal Kaffee trinken gegangen. Nur die Tochter von Dirk, sie heisst Katrin, kam zu uns, um mit uns zu spielen.

Nachdem der Kaffee alle war, kamen sie wieder zu uns Kindern in den Garten. Ich wurde von Katrin auf den Arm genommen und in diese Transportbox gesetzt. Dann stiegen wir in ein Auto und fuhren ungefähr eine viertel Stunde durch Hamburg und Norderstedt, bis wir bei der Wohnung von Dirk angekommen sind. Dort durfte ich die Box wieder verlassen, und erst mal etwas futtern. Das stand schon für mich bereit. Jetzt musste ich feststellen, Dirk und seine Frau, ihr Name ist Inge, sind meine neuen Dosenöffner.
Von jetzt an war alles anders. Meine Mama und Geschwister fehlten mir zu Anfang doch sehr. Ausserdem gibt es hier keine Veranda und keinen eigenen Garten, in dem ich spielen könnte. Wenn ich nach draussen wollte war da nur ein Balkon, und ich konnte nichts sehen ausser gelben Glaswänden. Da habe ich mir vorgenommen ganz viel zu futtern um richtig gross zu werden, damit ich bald über diese gelben Wände hinweg sehen kann.
Als ich sieben Monate alt war, brachten mich meine Futterlieferanten zu einer netten Tierärztin. Dort wurde ich mit einer Spritze betäubt. Später, nachdem ich aus dieser Narkose erwacht bin, tat mir alles weh. Man hatte mich KASTRIERT, mich meiner Männlichkeit beraubt. Einige Tage später liessen die Schmerzen nach und ich begann wieder kräftig zu futtern, um mein Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.
Ich bin so groß geworden wie ich mir vorgenommen hatte, und wenn mein Dosenöffner mal nicht pariert und so will wie ich, steige ich ihm schon mal auf den Rücken, oder auf die Schulter.

© Dirk Elbert